Es ist März und es kommt mir so vor, als liege jetzt mehr Schnee als das im Dezember und, viel wichtiger, an Weihnachten der Fall war. Ich hatte mich so darauf gefreut, das lästige Freikratzen des Autos endlich abzuhaken, doch es ist schlimmer als je zuvor.

Ich habe die Stelle gewechselt. Das bedeutet viel Neues, viel Arbeit (im Gegensatz zu dem, was ich vorher gewohnt war) und aufgesetzte Freundlichkeit (von beiden Seiten versteht sich). Gestern sollte ich die Sekretärin vertreten. Vielleicht hat man es mir nicht zugetraut, das Telefon bei eingehenden Anrufen zu beantworten, ist doch der Telefonhörer fast so groß wie mein Kopf, und es wurde deswegen eine Rufumleitung eingestellt. Als ich dann ein paar Male einfach rangegangen bin, weil der Chef im Gespräch war, hat man es mir dann doch überlassen und man war sichtlich überrascht, dass ich sowohl Auskunft erteilen als auch Anrufe weiterleiten kann.

Am Dienstag habe ich meine Beurteilung meiner vorigen Stelle bekommen und freue mich, mich ganz offiziell als Streber betiteln zu können. Das dritte Mal in Folge (würde ich bowlen, könnte ich jetzt sagen wie das heißt – ein Triplestrike vielleicht?), wenigstens das klappt.

Meine Mami ist immer noch ein Knödelchen. Als ich ihr letztens die Füße gemacht habe, hätte ich gerne eine kleine Nadel genommen, ihr ein winziges Loch reingestochen und das ganze angesammelte Wasser herausgedrückt. Die Arme kann nicht vernünftig laufen, ihre Finger kribbeln ganz doll und dafür, dass sie eigentlich ein zierliches Persönchen ist, sieht sie aus wie ein explodierter Kugelfisch, wie unser Oberhaupt so nett sagt. Vorgestern Nacht hatte ich einen ganz bösen Traum! Wir saßen zu dritt, ein Arzt war noch dabei. Mama hat kurz gepresst und heraus kam ein Affenjunges und erinnerte mich an den kleinen Dodo. Das Merkwürdige war, dass Mama in Klamotten da saß und das Affenjunge plötzlich am anderen Ende des Raumes war. Die Nabelschnur war dran und Mama konnte ihn wie an der Leine hin und her ziehen. Plötzlich sagt der Arzt, dass so das Kind aussehen würde, dass es aber noch nicht vollends entwickelt ist, weshalb es wieder in den Bauch müsste. Wir nahmen das alle so hin und das Prozedere ging los. Ich will nur kurz darauf hinweisen, dass das Affenjunge größer war als ich (ja höhö keine große Leistung größer als ein Oompa Loompa zu sein) und zurück in den Bauch meiner Mami sollte. Zuerst kurbelte der Arzt die Nabelschnur auf und packte das als wäre es gar nichts in den Bauch. Nun sollte der „kleine“ Affe hinein. Und der fing an zu schreien, ganz fürchterlich. Und wer schon einmal diese Dokumentationen über das Verhalten von Primaten und wie sie alle heißen gesehen hat, die teilweise bei n24 laufen, der weiß, dass wenn denen was nicht passt, die ihre Mäuler aufreißen bis zum Anschlag und man denen von der Mundhöhle bis zum Poloch und da wieder hinaus schauen kann. Und ich habe panische Angst vor offenen Mündern. Also natürlich nicht, wenn man ganz normal redet, aber wenn man die aufreißt, man die Zähne sehen kann und das Gesicht dabei so deformiert aussieht, kriege ich Heulkrämpfe und Angstattacken. Wenn man ein ganz fieser Mensch ist, wie das mein Freund nun mal ab und an gucken lässt, kann man das natürlich machen, um mich zu ärgern. Man kann es aber auch einfach  lassen und hinnehmen, dass ich ein richtig schönes Ding zu rennen habe. An dem Punkt, als der Affe schreit und mit den Füßen voran den Weg in den Bauch antreten sollte, bin ich aufgewacht.

Ich frage mich, was ein Psychoanalyst als Traumdeutung zu bieten hat. Immer her damit. Vielleicht kann ich einen auf berufsunfähig machen.