Bevor ich mich gestern zur Kopfverschönerung gemacht habe, habe ich noch Arbeit auf den Tisch bekommen. Dass freut mich natürlich, bevor ich vom Bildschirmangestarre viereckige Augen kriege. Aber wie man mir die Arbeit gegeben hat, fand ich eher semiprall:

Letzte Woche hatte ich einen Text auf dem Tisch, den schon einer handschriftlich korrigiert hatte und mich bat, die Korrekturen im Dokument einzutragen. Gesagt, getan und der Chef bekam es zur Kontrolle auf den Tisch (zu viel Tisch, er bekam es außerdem in die Hand). Da kamen dann auch noch ein paar Veränderungen, die ich auch ganz artig eingetragen habe. Für mich war die Sache abgeschlossen. Gestern kam dann eine Kollegin und bat mich, den Text (er war fertig, wirklich) mit den Korrekturen von ihr zu ändern. Sie erzählte mir, was ich alles falsch geschrieben habe, wann man einen Punkt zwischen 5-stelligen Zahlen setzt (Wayne interessiert’s), wo eine Leerzeile hinkommt, blablasülz. Ich habe mir dass angehört, habe aber selber gemerkt, das ich genervt davon war. Ich lasse mich kritisieren, gar kein Ding, aber doch nicht für eine Arbeit, die ich gar nicht gemacht habe?! Ich habe den Text weder geschrieben noch mich um irgendeine Kontrolle gekümmert, war nicht meine Aufgabe. Sie hat mich gefragt, warum ich was wie geschrieben habe; ich habe ihr erklärt, das ich davon gar nix geschrieben habe, sondern nur Korrekturen, die ich auch nicht gemacht habe, eingetragen habe. Sie sagt mir wieder, das ich einen Namen falsch geschrieben hätte – ich habe es nicht geschrieben. Sie sagt mir, das ich dort ihnen groß geschrieben habe, obwohl es klein sein müsste – Kuckuck, soll ich es schriftlich geben, das ich da nicht mehr als 0 % Schreibarbeit von mir drinsteckt?

Der Knaller war dann, das sie mich allen ernstes fragt, ob ich mit der das/dass-Regel vertraut wäre (habt ihr schon Augenkrebs und Schüttelfrost beim Lesen bekommen?). Nee, erzähl‘ mir mehr! Ob das oder dass mache ich von der Jahreszeit abhängig. Ich weiß genau, das mir die Gesichtszüge mehr als entglitten sind, es war bestimmt ein fliegender Hogwarts-Express, aber man muss ja ruhig und sachlich bleiben. Dass ist ja meine Stärke. Also antwortete ich zuckersüß, das ich dass natürlich könne, ich hätte nämlich ab und an Deutsch-Unterricht gehabt, nicht viel, aber doch ausreichend. Ich hätte gerne noch ein weiteres Mal darauf hingewiesen, das ich dass nicht geschrieben habe, aber dass hat mich so getroffen, das ich da erst einmal schlucken musste (höhö, sie musste schlucken). Die Kollegin ist ja eigentlich eine ganz Nette, aber wer mir so kommt, so leid es mir tut, ist unten durch. Ich finde dass eine Riesenfrechheit, so etwas zu fragen. Dass ist wie die Frage, ob ich denn wüsste, das es nachts dunkel ist – ist ja nicht wahr?!

Sie war raus aus dem Büro und ich fühlte mich noch kleiner, als ich eh schon mit meinen 1,75 Metern bin. Ich kann sowas nicht ab, da könnte ich heulen vor Wut. Ein Glück bin ich dann in den Feierabend und zum Frisör gestartet. Ich war um kurz vor 5 da, habe mich für einen Mix aus dunklem Braun und Granatrot entschieden, 3 cm abschneiden lassen und war um halb 8 fertig. Was so eine neue Haarfarbe nicht alles kann! Ich war heute so gut gelaunt, das ich es ihr fast verziehen habe. Ich habe mich nett mit ihr unterhalten, auch wenn mein Teufelchen im Kopf geschrieen hat, das ich sie einfach stehen lasse oder aus Spaß in allen Dokumenten aus das dass und aus dass das (verwirrend) mache, aber ich habe es ignoriert – ich war ganz standhaft. Ich warte darauf, das ich irgendwann aufwache mit einer zweiten Persönlichkeit namens Tyler Durden und mir selbst ordentlich eine ballere.

PS.: Neues Hurts-Album im März – endlich!

PPS.: Kann jemand bitte dieses Arash-Lied verbannen und was zum Henker macht Sean Paul da?

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