Am Freitag habe ich mir „The Last Stand“ mit Arnold Schwarzenegger angetan. Ich nehme das Fazit vorweg – er war besser als ich erwartet habe. Mag sein, dass das daran lag, dass ich bei Arnie-Filmen grundsätzlich ohne Erwartungen rangehe, seitdem er im Simpsons-Film so wunderbar dargestellt wurde und zum Lenken, nicht zum Denken gekommen ist.

Es gab Action, Rumgeballer und einen finalen Showdown mit einigem an Kunstblut – aber meiner Meinung nach zu wenig von allem. Die Story hat sich recht schleppend aufgebaut, worauf man bei Actionfilmen ähnlich wie bei Pornos als Zuschauer eigentlich nicht viel Wert legt. Arnie war einmal ein Supercop in LA, hat zu viele Tragödien dort erlebt und hat sich dann als Sheriff in Sommerton an der mexikanischen Grenze niedergelassen. Als sich das Kaff um die Hälfte der gefühlten 20 Mitbewohner verringert, weil ein Football-Spiel ansteht, bemerkt Arnie zwei zwielichtige Typen im einzigen Café des Dorfs. Natürlich haben die was mit dem weiteren Verlauf der Story zu tun. (Einer von ihnen ist Peter Stormare, der Manchmal-Bösewicht von Prison Break.) Zeitgleich soll ein mexikanischer Top-Drogenboss in ein Gefängnis gebracht werden. Das FBI zeigt sich von seiner besten Seite und vermasselt es, nicht zuletzt wegen des Maulwurfs. Die Flucht dehnt sich extrem aus und ich war dort etwas gelangweilt. Am Ende ist der Böse mit seiner „Geisel“, einer FBI-Agentin, in einer 1000 PS starken Corvette, die von einer Automesse gestohlen wurde (als ob es für den weiteren Verlauf der Story in irgendeiner Art relevant gewesen wäre, wo die Karre herkommt; bei solchen Filmen habe ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht, wo die Schurken ihre Schurkenmobile her haben), und startet seine atemberaubende, kaum vorhersehbare Flucht gen Sommerton und Mexiko. Seine Handlager, zu denen die zwei aus dem Café gehören, bauen in der Zeit eine mobile Brücke über eine Schlucht nach Mexiko. Es kommt wie es kommen muss. Der unfähige FBI-Agent, gespielt von Forest Whitaker, glaubt dem Arnie nicht, dass in Sommerton eine mobile Brücke für den Drogenfuzzi steht, es wird somit auch keine ausreichende Unterstützung dahin gesandt und Arnie muss sich mit seinen vier Gehilfen dem stellen, der das ganze FBI austricksen und auf Trab halten kann (also wenn schon Wert auf die Story gelegt wird, dann doch bitte durchängig). Überraschung – sie schaffen es!

Also, es war schön zu sehen, dass Arnie auch noch wegen etwas anderem als seiner Fremdgehgeschichten Schlagzeilen machen kann. Doch es war traurig zu bemerken, dass das Alter bei ihm nicht Halt gemacht hat. Es tat weh, dass er es nicht mehr so leichtfüßig wie vor 10 Jahren geschafft hat, über ein Auto zu klettern. Seine weißen Augenringe hätte die Make-Up-Tante echt mal überschminken können, immerhin war der Rest vom Gesicht ganz ’natürlich‘ braun.
Über den Cast hätte man sich vielleicht ein wenig länger Gedanken machen sollen. Johnny Knoxville war ja in Ordnung für die Rolle des verrückten Waffennarrs, aber der Drogenboss war mehr ein schleimiger Frauenheld und mit seiner komischen Haarsträhne mir für einen Bösewicht viel zu metro. Der tattoowierte Ex-Soldat und sein Liebchen fand ich auch nicht unbedingt die beste Besetzung. Die Liebesstory der zwei Deputies war scheiße (kann es nicht netter sagen), genauso wie die Musikauswahl. Die ständigen Nahaufnahmen waren anstrengend und gehören auch nicht so sehr in das Genre, außer man möchte das ledierte, blutverschmierte Gesicht sehen. Nein, lieber hat man bei sentimentalen, dramatischen Szenen darauf zurückgegriffen, obwohl es beim finalen Kampf doch viel aufregender gewesen wäre! Nett fand ich die Verfolgungsjagd im Kornfeld, obwohl diese auch viel zu langatmig war, wie so vieles im Film. Ob der Humor an Stellen des Films Absicht war oder durch Arnies Art zwangsweise in einem Film mitschwingt?

Fazit: Kann man sich angucken, wenn aber ein besserer Film zur selben Zeit im Kino läuft, dann vielleicht doch nicht (Kino ist ja immerhin Luxus). Nach solchen Filmen frage ich mich immer, ob sich das FBI nicht richtig blöd vorkommen muss, wenn sie ständig als solche Nichtsnutze dargestellt werden, dessen Arbeit ein einzelner Sheriff mit ein paar Deputies so viel besser erledigen kann.

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