Ich sollte nicht mehr so viel Kaffee trinken. Nach zwei Kannen fühle ich mich zwar fit wie ein NIKE-Turnschuh (ich will Geld für die Werbung!), aber die meist auf dem Nachhauseweg einsetzende Hyperaktivität ist mir nicht so geheuer.

Gestern habe ich am Bahnhof Südkreuz eine Luftratte – boah, wie ich die Dinger hasse – sehr professionell wie eine Taubenflüsterin in einen S-Bahn-Wagon gelotst. Ich fand das so lustig, obwohl das Tier den Witz bestimmt verpasst hat. Und dann fing die auch noch an zu gurren und wusste nicht, was geschieht. Die S-Bahn-Tür wollte sich gerade schließen, da hat sie den Weg doch noch auf den Bahnsteig zurück gefunden – Mist. Doch meine Enttäuschung, dass sie die Ringbahn-Strecke nicht mitfahren konnte, hielt sich in Grenzen, da ich immer noch am Kichern war. Ich stellte mir vor, wie ein S-Bahn-Kontrolleur sie nach dem Fahrschein fragt, sie abzuhauen versucht, aber doch noch ein Knöllchen kriegt (sie kann ja nicht wegfliegen) und am nächsten Tag in der ewig langen Schlange vor der S-Bahnzentrale zum Bezahlen der Strafe steht. Dabei zeigt sie ihren Taubenausweis vor und bezahlt mit Krümeln. Ich lass es lieber, Kopfkino versteht nicht jeder.

Ein Typ, nicht sehr alt, selber ordentlich am Grinsen, meinte nur zu mir: „Also Mäuschen, musste das sein?“. Eigentlich hätte ich mich über die Mäuschen-Anrede aufregen sollen, aber ich fand die Aktion einfach viel zu lustig und antwortete, wie leid es mir tue und dass ich mich sowieso schon in Behandlung befände.

Nach dieser oscarreifen Vorstellung kam endlich meine Bahn. Bevor ich den Heimatbahnhof erreichte, setzte sich ein relativ übergewichtiger Mann neben mich. Relativ übergewichtig ist untertrieben, denn es schien, als würde er vier Elefantenbabies (zwei im Bauch, je eins im Oberschenkel) austragen. Dick hin oder her, das war echt ungesund. Hauptsache war, dass er ein schönes Budweiser in seinen wie Weißwürste ähnlich aufgeblähten Fingerchen hielt. Platzmäßig war es auf der Zweierbank kein Problem, immerhin habe ich eine platzsparende Breite und Höhe, aber olfaktorisch gesehen habe ich echt ein Ding weg bekommen. Es war solch eine Anstrengung für den, sich hinzusetzen, dass er ein Gestöhne wie im Song „Je t’aime“ rausbringen musste. Und wenn das Sitzen und das Trinken so anstrengend ist, dann ist das Gemiefe eine logische Konsequenz. Das Lautkonzert begleitete mich zwei Stationen. Er erhob sich, gab ein Gestöhne von sich, als wären seine Eierchen nun entleert und suchte den Weg aus der S-Bahn.

Jetzt haben wir Freitag, die Woche ist endlich geschafft und ich habe auf Arbeit nichts besseres zu tun, als den Mist zu verfassen und nebenbei Schlaubi Schlumpf zu spielen und Rechtschreibfehler in Zeitungsartikeln ausfindig zu machen – ich frage mich, wie manche an ihren Job bei den Zeitungen gekommen sind. Wenn die jeden nehmen, WILL ICH AUCH!

Anmerkung:
Wohnungssuche ist immer noch nervig. Maklerbüros sollten gefälligst länger geöffnet sein.
Wochenende, oh Gott jaaaaaaaa!

Ich will Geld
und zwar viel davon.
Scheiße, der Typ gestern hat echt mega doll gemufft!

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