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Gieße ich jetzt auch Öl ins Feuer?

Für manche mag dies bestimmt zutreffen, obwohl es nur ein Strichmännchen ist, was jeder 3-jährige hätte hinrotzen können. Wegen der gegenwärtigen Lage in der Welt erscheint aber selbst Krickelkrakel, was mein „Gemälde“ nun einmal ist, als blasphemisch – für manche mit viel Fantasie jedenfalls.

Kurze Erklärung: Es ist kein Mohammed, ich mache mich nicht lustig über ihn! Es ist ein Strichmännchen, das einen Turban trägt (vielleicht auch ein Wespennest). Ich mache mich lediglich über die Art und Weise der Empörung, Demonstrationen und über die weniger erfreulichen Ausschreitungen lustig. Obwohl ’sich lustig machen‘ auch eher unglücklich ausgedrückt ist; möglicherweise fällt mir während des Schreibens etwas besseres ein. Unabhängig vom geschmacklosen Film, worüber sich selbst Ungläubige,wie ich es bin, entrüstet zeigen, hat die Welle der Proteste nicht das Ausmaß einer Gezeiten-Flut, sondern viel eher das eines Tsunamis. Jedoch kann nicht vorausgesagt werden, wo der Protesttsunami wie doll einschlagen wird.

Man kann die Entrüstung über den Film nachvollziehen und würde mit ihnen auf gewisse Weise mitfühlen, wären sie auf die Straße zum Demonstrieren gegangen und hätten ihrer Wut auf friedliche Weise Luft gemacht. Doch die gezeigte Reaktion ist sehr weit entfernt davon! Dass ‚Charlie Hebdo‘ nachgelegt hat, ist entweder mutig, profitgeil oder schlichtweg dusslig; nichtsdestotrotz gilt sie – die Meinungs- und Pressefreiheit. Satirezeitschriften wie die TITANIC haben sich darauf spezialisiert, politische und wirtschaftliche Geschehnisse und Personen des öffentlichen Interesses aufs Korn zu nehmen. Ich würde eingehen, gäbe es keinen Sarkasmus, keine Ironie, keinen Humor um gegenwärtige Situationen nicht tiefschwarz zu malen. Aus psychologischer Sicht ist der Witz für mich ein Bewältigungsmechanismus, um nicht von der nächstbesten und -höchsten Brücke einen Abflug zu machen.

Ich darf gerade lesen, dass die Hisbollah in Berlin Demonstrationen angemeldet hat, von ersten Straßenschlachten in Indien und einem Toten in Pakistan wird berichtet. Damit hat nicht nur der bescheuerte Filmemacher sein Ziel erreicht, für extremistische Islam-Gruppen wie die Salafisten oder Al-Qaida ist das ein passender Anlass, um die Bäuche der verärgerten Gläubigen mit dem gefundenen (extremistischen) Fressen zu füllen. Ja, es ist an der Zeit, Angst zu haben.

Vielleicht warte ich lieber noch ein wenig mit der eigenen Wohnung… Nachtrag zum letzten Blog: Wohnungsbesichtigung war ein Reinfall, der Makler mochte mich nach meiner Frage zum Rabatt der Maklerprovision oder gänzliches Weglassen echt nicht mehr so sehr.

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