Mann und Frau müssen sich einiges bieten lassen. Man läuft ganz ahnungslos ohne einen bösen Gedanken über die Fußgängerampel, die natürlich grün ist. Wie aus dem Nichts fängt ein kleiner VW Polo an zu kreischen. Ein Mittvierziger sitzt hinterm Steuer und fängt wild an zu gestikulieren, kurbelt das Fenster herunter und brüllt herum „Ey, guck mal hin wo du lang läufst, blöde Idiotin! Ich fahre hier.“. Herrlich, sein Motor ist abgesoffen und da steht er, der frustrierte Trottel. Meine Hand zeigt nur in die Richtung der giftgrün leuchtenden Ampel – ich lächle ihn an und laufe weiter.
Was könnte ihm für diese Beleidigung passieren, die ohne Zweifel ungerechtfertigt war?! Natürlich nichts. Ich könnte ihn anzeigen und die Polizei würde schallend lachen, Tränen würden dabei aus deren Augen schießen und ich würde denen den berühmten Mittelfinger vor die Fresse halten und vielleicht hinter schwedischen Gardinen landen wegen Beamtenbeleidigung.
ABER würde der süße Wulff zur Polizei rennen, sein Anliegen vortragen und ein wenig empört aus der Wäsche gucken – die Polizei würde sich sputen, denjenigen zu finden, der sich solch eine Dreistigkeit erlaubt hat.
Mein Praktikant, ein schlauer Fuchs, hat mir letztens erzählt, dass das StGB solche Fälle sogar geregelt hat. §§ 90 ff. StGB beachtet dabei nicht nur die Verunglimpfung des Bundespräsidenten, sondern aller Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland.
Echt trockene Materie, das Lesen von Gesetzbüchern in der Freizeit ist jetzt auch nicht jedermanns Sache, im Kontext steht drin, jeder der Scheiße zu Ungunsten der Verfassungsorgane verbreitet, der darf sich auf einen analfixierten Abenteuerurlaub in einer Residenz seines Vertrauens gefasst machen.
Wenn man unserem Staatsoberhaupt Glauben schenken darf, hat die Presse genau dies getan. Nur lautet dann die große Preisfrage: Warum zum Teufel gab es denn noch keine rechtlichen Konsequenzen für die ach so böse Presse, die den Politikern doch eigentlich immer ganz gelegen kommt, wenn es um die überzogene Selbstdarstellung geht?

Fragen über Fragen und am Ende muss man sich einfach nur merken, wer mit dem Wulff tanzt, der darf ihm nicht auf die Füßchen treten – ganz im Gegensatz zum Normalsterblichen, da kann man auf der Nase rumtanzen wie man will, null Problem.

Advertisements